World Press Photo 2015

World Press Photo 2015

Bericht1: Am Mittwoch, den 14. 10. 2015, unternahmen die Klassen 8AB einen Ausflug ins Kameramuseum <Westlicht>, welches sich im 7. Bezirk befindet. Neben den rund 360 ausgestellten Kameras aller Epochen waren zu diesem Zeitpunkt auch die 41 Gewinnerfotos eines Wettbewerbes der World Press Photo Foundation, eine unabhängige Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, zu sehen. Es handelt sich hierbei um die von einer internationalen Jury mit dem 1., 2. oder 3. Platz belegten Einzelaufnahmen und Fotoserien aus dem Jahre 2014, die einmal um die Welt gehen, bevor sie bei uns in Österreich landen und eben deswegen erst gegen Ende 2015 ausgestellt werden. Insgesamt nahmen an dem Wettbewerb etwa 5.700 Pressefotografen aus 131 Ländern teil. Aus ungefähr 100.000 eingeschickten Arbeiten vergab die Jury an ausgewählte Exemplare Preise in 8 Kategorien. Die Fotos zeigen Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Kultur, Sport und Kultur. Bewertet wurden diese nach deren Nachrichtenwert, der spezifischen Wahrnehmung und der Herangehensweise der FotografInnen.
Das Gewinnerfoto stammt von einem dänischen Fotografen und zeigt zwei homosexuelle russische Männer, die sich zärtlich berühren. Die Farben sind relativ eintönig und bräunlich; die Lichtsituation ist dunkel gehalten. Das Werk handelt von der Diskriminierung Homosexueller in Russland. Die abgebildeten Männer sind nun weltweit bekannt, was für sie einerseits eine große Gefahr darstellt, sie aber gleichzeitig stolz stimmt.
Viele Einzelwerke und Fotoserien projizieren die Abscheulichkeit des Menschen, so etwa das Foto der Opfer des von einer russischen Rakete aus ungeklärtem Grund abgeschossenem Malaysia- Airlines- Flugzeuges, die mitten in ein ukrainisches Kornfeld abgestürzt sind, oder aber einen von einem Menschen mit einer Peitsche bedrohten, an ein Fahrrad geketteten Affen, der angsterfüllt zu eben diesem aufschaut.
Viele der Fotos handeln von auch im Jahre 2015 aktuellen Themen wie etwa der weltweiten Flüchtlingskrise, Krieg, Krankheit, unmenschlichen Arbeits- und Lebensumständen, Trauer, Zorn, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Schicksal, Sucht, Umweltverschmutzung, Unterdrückung…
Persönlich hat mir die Ausstellung sehr gut gefallen, wobei ich die meisten Fotos durchaus erschütternd und vor allem schockierend fand. Weiters hätte ich mich als Jurymitglied gegen das Gewinnerfoto ausgesprochen, da es meiner Meinung nach von einigen anderen Werken bei Weitem übertroffen wird.

Leonie

Bericht2: Am 14.10.2015 machten wir, die achten Klassen, begleitet von unseren Klassenvorständen im Rahmen des Geschichteunterrichts eine Exkursion in die Galerie Westlicht im 7. Bezirk, wo die World Press Photo 15 zu diesem Zeitpunkt ausgestellt wurde. Dies ist ein internationaler Wettbewerb, ausgeschrieben von der World Press Photo Foundation aus Holland, der sich an alle Vertreter des Fotojournalismus richtet und sie dazu aufruft, ihre besten oder mehr noch aussagekräftigsten Bilder (oder Serien) einzusenden.
Dort angekommen bekamen wir eine Führung von einer äußerst qualifizierten jungen Mitarbeiterin, die uns die für uns am ergreifendsten Bilder präsentierte mit zusätzlichen Hintergrundinformationen, die nicht einfach auf dem kleinen Schild daneben vorzufinden sind. Unter anderem zeigte sie uns das Gewinnerfoto eines dänischen Fotografen: Es zeigt ein homosexuelles Paar aus St. Petersburg in einem intimen Moment, welches als Teil eines Projekts zum Thema russische Homophobie fungierte. Insgesamt wurden 41 FotografInnen aus 17 verschiedenen Ländern ausgezeichnet von über 5000 Bewerbern.
Die Ausstellung war für uns alle sehr beeindruckend, aber auch bedrückend. Diese Fotos zeigen die unverschleierte Wahrheit von all den furchtbaren Dingen, die täglich in unserer Welt geschehen. Erschossene Aktivisten in der Ukraine, Babys in China, die auf Grund ihrer Behinderung ausgesetzt und somit zum Tode verurteilt werden, Ebolakranke in Afrika, ein Boot vollgestopft mit Flüchtlingen auf seinem Weg nach Italien oder eine Leiche in einem ukrainischen Feld, welche aus dem abgeschossenen Flugzeug auf seinem Weg nach Kuala Lumpur abgestürzt war. Ich persönlich würde mich nicht dafür verbürgen, dass ich all dies wirklich sehen wollte, doch ich schätze gute Fotos viel zu sehr, um es zu bereuen. Mich hat diese Ausstellung sehr geprägt und ich finde es sehr wichtig, dass wir beginnen, den Schattenseiten des Lebens ins Auge zu blicken und aufhören, es als etwas nicht existentes abzustempeln, nur weil diese Unglücke nicht direkt vor unserer Haustür geschehen.

Julia

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