CAMUS – Ideal der Einfachheit

CAMUS – Ideal der Einfachheit

so lautet der Titel der spannend zu lesenden Biografie zum 100. Geburtstag von Albert CAMUS. Einfachheit ja, einfach nein, so schildert die Biografin das bewegte Lebens CAMUS, dieses Mittelmeermenschen, der sich in der Pariser Haute Couture, so „fremd“ wähnte.
Alles beginnt in einem Armenviertel im algerischen Belcourt, der Vater tot, die Mutter „stumm“. CAMUS schafft den sozialen Aufstieg, trotzdem liegt sein Leben schon bald in Trümmern: seine Ehe scheitert, er selbst ist unheilbar krank,  die Kommunisten bezichtigen ihn als Trotzkisten. CAMUS ist jetzt in Paris, seine Werke treffen den Zahn der Zeit. Absurd ist die Existenz, so widerfährt es Merseult, dem Helden aus dem Fremden, der scheinbar teilnahmslos einen Mord begeht um, zum Tode verurteilt, festzustellen, wie sehr er am Leben hängt. Es ist dieser menschliche Widerspruch, leben zu wollen angesichts des unvermeidlichen Todes, das den Grundton des Daseins bestimmt und überhaupt ist es diese Tonlosigkeit des Buches, die einem durch Mark und Bein fährt. Glücklich ist Sisyphos als er wider und wider angehalten ist, den Stein auf den Hügel zu rollen auf dass dieser erneut ins Tal rollt. Glücklich und verzweifelt, das muss man seit dem Camusschen Sisyphos zusammen denken, ein bereicherndes Gefühl, wenn man es denn zulässt.
Das weitere ist schnell erzählt: Die Pest, Der Mensch in der Revolte, der Literaturnobelpreis, der Disput mit Sartre, der Camus an den Rand des Selbstmordes treibt, schließlich die unvollendete Autobiografie der erste Mensch, aber als das kann man wunderbar nachlesen, im glänzend recherchiert und fein zu lesenden Buch von Iris Radisch, ihres Zeichens Leiterin des Feuilletons der Wochenzeitung DIE ZEIT.

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