„Die Physiker“ – eine sehr ……

„Die Physiker“ – eine sehr ……

physikalische Theaterexkursion … oder so

Als unsere Frau Professor uns mitgeteilt hat, dass wir uns am 27. März „Die Physiker“ im Volkstheater ansehen werden, erntete sie kollektives Aufstöhnen. „Nein, bitte, nichts physikalisches!“ Bei drei Wochenstunden Physik plus die nachmittäglichen Lerneinheiten war unser Pensum erfüllt. Doch sie lachte und versprach uns, dass wir keine Formeln zu hören bekommen werden und dass es ein von den Kritikern gut beurteiltes Stück sei.
Nun ja. Als wir dann am 27. um 19:30 den Saal betraten, „blendete“ uns erst einmal das Bühnenbild. Auf den ersten Blick betrachtet, sah es eher aus wie ein Werk Van Goghs denn wie ein Irrenhaus. Zum Allgemeinverständnis sei vorausgeschickt, „Die Physiker“ ist ein Werk von Friedrich Dürrenmatt, in dem es um den Physiker Möbius geht, der sich als verrückt ausgibt und in einem Irrenhaus wohnt, um sich und seine physikalischen Entdeckungen, in denen es um die Atombombe geht und die die Welt vernichten könnten, zu schützen. Mit ihm wohnen noch zwei andere Verrückte in dieser Anstalt, der eine behauptet Einstein, der andere Newton zu sein. Im Laufe des Stücks stellt sich dann heraus, dass diese auch nicht verrückt sind, sondern zwei Agenten rivalisierender Geheimdienste, die an diese Erkenntnisse kommen wollen.
Was soll ich sagen, die Schaupieler waren gut, das Stück interessant und spannend. Doch es geht um die Details, wie zum Beispiel das zuvor angesprochene Bühnenbild. Die wilden Farbkompositionen lenkten von den Schauspielern ab und verändert wurde es auch nie. Eine andere Sache, auf deren Grund ich nicht gekommen bin, war der komische Akzent mancher Schauspieler. Sollte es Schweitzerdeutsch sein oder war es gar keine Absicht? Auf jeden Fall lenkte es von dem eigentlichen Gesagten ab, das schon schwer genug zu verstehen war. Dürrenmatt eben. Zwischendurch hat es sich auch etwas gezogen. Insgesamt dauerte es um die zwei Stunden, exklusive Pause, doch hätten sie die lückenfüllenden Szenen weggelassen, wären daraus eine bis einenviertel Stunden geworden und es wäre immer noch ein 1A Stück.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es gut hinübergebracht wurde, trotz der schwierigen Inszenierung Dürrenmatts, doch an die Ronacher-Aufführung „Besuch der Alten Dame“ kam es nicht heran.

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