Exkursion 8ab Mauthausen

Exkursion 8ab Mauthausen

Ich muss sagen, ich wusste nicht, wie und ob ich auf das Gesehene in Mauthausen reagieren würde, ich wollte es einfach auf mich zukommen lassen.

Der erste Eindruck und Gedanke, als wir die Serpentinenstraße mit dem Bus hochfuhren, ist mir noch stark im Gedächtnis. Irgendwie begann ich zu spüren, dass nun gleich das ehemalige Konzentrationslager vor uns auftauchen würde, und als ich es dann vor mir sah, wie eine Festung erhoben, wurde ich ernst und es begann mich eine kalte, düstere Atmosphäre zu umgeben. Als wir aus dem Bus ins Freie kamen, kam außerdem die kalte Luft hinzu, die in Mauthausen deutlich kühler als in Wien war. Das ehemalige Arbeitslager lag dann vor mir und war wirklich mächtig und erdrückend und ich finde, man konnte spüren, dass dort Grausames passiert ist. …

Bei dem Rundgang draußen, den wir zuerst machten, war ich sehr geschockt über das, was uns die Dame erzählte, denn obwohl ich mich gut vorbereitet fühlte, lernte ich einiges dazu. Beispielsweise wusste ich nicht, dass neben oder in der Nähe vom KZ ein Standesamt und ein Kino war. Ich dachte nur: „Welch‘ Irrsinn und Ironie!“ Man kann das, finde ich, nicht in Worte fassen, wie grausam und wahnsinnig das ist. Während tausende Menschen sterben, verheiraten sich glückliche Leute und genießen ihr Leben? – Unfassbar.

Als wir Richtung „Festung“ gingen, fiel mir auf, wie kalt mir war. Obwohl wir uns alle warm angezogen hatten, frierten wir, also wie sehr mussten die Gefangene allein unter der Kälte leiden! Mit diesem Vergleich, fiel es mir etwas leichter, mich zu versuchen, in ihre Situation hineinzuversetzen, wobei ich sagen muss, dass das, glaube ich, gar nicht vollständig möglich ist, denn das alles ist unvorstellbar.

Besonders im Kopf habe ich noch das Bild von der „Klagemauer“, an der die Neuangekommenen oft tagelang stehen mussten. Wir sahen uns weiters die Duschräume und dann die Baracken an. Währenddessen war ich die ganze Zeit bedrückt und ich hatte ein dumpfes Gefühl. Als wir dann zu den Gaskammern die Stiegen hinuntergingen, merkte ich, dass sich etwas in mir bewegte. Der Raum, im dem Bilder von Verstorbenen hingen war düster und sehr traurig. Als ich weiter in den „Raum der Namen“ ging und dort dann die wirklich dicken Bücher und die Glastafeln mit den Namen der Verstorbenen sah, wurde mir etwas bewusster und veranschaulicht, wie viele Menschen, wie viele Leben dahinter, einfach ausgelöscht wurden. Die Gaskammer bewegte mich dann schließlich sehr und es kamen mir einfach plötzlich leichte Tränen in die Augen.  Der Anblick von den kalten Fließen und „Duschköpfen“, ließen mich erschaudern. Die Atmosphäre, die dort herrschte, ging mir einfach sehr nahe.

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