„Gestellt“ im Volkskundemuseum

„Gestellt“ im Volkskundemuseum

Besuch der Ausstellung „Gestellt“ im Volkskundemuseum & Auseinandersetzung mit der Frage „Typisch?!“

Am Montag, den 27. Oktober besuchten wir die Ausstellung „Gestellt!“ im Volkskundemuseum. In der Ausstellung  erfuhren wir, wie Fotografie in der Habsburgermonarchie eingesetzt wurde. Dabei teilten wir uns in zwei Gruppen, die einen besuchten zuerst den Workshop und die anderen wurden durch die Ausstellung geführt. In der Halbzeit tauschten wir.

Ende des 19. Jahrhundert war eines der zentralen Themen in der Fotografie „typische“ Menschendarstellungen zu zeigen – sogenannte „Volkstypen“. Dafür reisten Fotografen durch die gesamte Monarchie und machten Fotos von den „Volkstypen“. Dass die Menschen, die man auf den Bildern sieht, keine volkstümliche Bevölkerung, sondern Schauspieler waren, erkennt man beispielsweise an den Accessoires oder an den unüblichen Posen der Menschen. Die Bilder entsprachen also nicht der Wahrheit, sondern wurden gestellt.

Fotos zu sammeln war damals bei den Adeligen, aber auch bei den Bürgern ein großer Trend. Für ein Foto von dem Kaiserhuldigungsfestzug (1908) zahlte man, umgerechnet in heutige Währung, 15 €. Auch die Fotos der Volkstypen sammelte man gerne, oft ließen sich adelige Frauen die Trachten von den Fotos nachschneidern. Die farbigen Aufnahmen wurden alle nachkoloriert, da damals die Bilder nur in Sepia waren. Diese Arbeit war sehr mühevoll, doch schlecht bezahlt.

Im Workshop bekam jeder eine alte Postkarte und musste sie benennen und beschreiben. Dann gab man sie dem nächsten. Dann sollten wir unsere Ergebnisse vorlesen. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Postkarten benannt wurden. Denn wie man Fotos interpretiert und wie man sie einordnet, liegt immer am Betrachter und dessen Erfahrungen und Sichtweisen.

Julia

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