Buchtipp: „abends um 10“

Autorin: Kate de Goldi Verlag: Carlsen Seitenanzahl: 335
Persönliche Altersempfehlung: 11

Wenn ich verreise und meinen Koffer in mein Zimmer hieve, um zu packen, ist dieses Buch stets die allererste Sache, die ich hineinlege. Für mich riecht es nach einem aufregenden Pfadfinderlager, einer spaßigen Kreuzfahrt, einer langen Busfahrt oder einem Städtetrip während ich durch dieses gelungene Werk blättere. Mit zehn Jahren entdeckte ich dieses Buch – seitdem habe ich es geschätzte 2o Mal gelesen.

Zum Inhalt
Eigentlich möchte ich nur Folgendes verraten:

Frankie Parsons, 12 Jahre, führt ein sehr verlässliches Leben. Er ist fleißig, ordentlich, liebt Sprachen und seine Wörtersammlungen, ergänzt täglich seine sowie schon sehr lange Liste von Sorgen (über den Erdbebenvorrat, Ameisen, ein ekliges gebrauchtes Pflaster, das im Schwimmbadwasser angetroffen werden könnte). Ohne ihn würde ihn seiner Familie nichts laufen. Da wäre Onkel George (der trotz des kuriosen Namens Frankies Papa ist) der vor Arbeit fast umkommt. Gordana, seine ältere Schwester, die rumzickt, sein draufgängerischer Bruder, der obwohl er bereits ausgezogen ist, immer noch regelmäßig zum Essen und Wäsche waschen nach Hause kommt. Natürlich auch die drei Tanten, die jede zweite Woche bei ihnen Abend essen oder auch Karten spielen. Dann die absolut zuverlässigen Antworten seiner Mutter, die nie das Haus verlässt, immer abends um 10. Nicht zu vergessen sein bester Freund Gigs, mit dem er täglich den Zickzackweg zum Bus geht. Doch dann taucht die quirlige Sydney auf und beginnt Fragen zu stellen – liebevolle, neugierige und taktlose Fragen.
Und plötzlich gerät Frankies geordnete Welt aus den Fugen …

„Was er gut fand, dachte Frankie mit plötzlicher Klarheit, war Sydneys Art, genau das zu sagen, was sie wollte. Das war ungewöhnlich.“

„Mann, deine Tanten stecken aber echt was weg, oder?“Gigs imitierte Onkel George perfekt. Wegstecken war genau das richtige Wort. Onkel George hatte mal zu Frankie gesagt, die Tanten seien die letzten große Trinkerinnen der westlichen Welt. Und er fand das richtig gut. Onkel George liebte die Tanten. Die waren auch wie füreinander geschaffen, dachte Frankie. Alle vier waren ausgelassen, laut und optimistisch, hatten riesigen Appetit auf Essen und Spaß.
Er seufzte und starrte aus dem Fenster auf den Fluss, auf die Enten, die anscheinend glücklich übers glänzende Wasser glitten. Essen, Spaß und schnelle Kartenspiele waren toll, und eigentlich mochte er das genau so gern wie Onkel George, aber es gab so viel anderes zu bedenken, und anscheinend tat das außer ihm keiner.“ (Seite 20)

Meine Meinung:

Was auf den ersten Blick wie eine „Es-ist-keine-Liebesgeschichte-aber-letzendlich-dann-doch“Geschichte klingt, handelt von einer irrsinnig lustig und liebevollen Freundschaft! Sie zeigt das wahre Leben mit all seinen wunderbaren, aufregenden und verstörenden Momenten. Ganz gleich wie oft ich „abends um 10“ lese, jedes Mal muss ich bei meinen Lieblingsstellen lachen und bin gefesselt von der Handlung. Aus diesem Grund kann ich es einfach nur weiterempfehlen!

„Eine bittersüße Familiengeschichte über Angst und Mut und darüber, was das Leben ausmacht.“

Bewertung: 10 von 10 Punkten  Von Lena

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