Frau Prof. Ingrid Weissenbacher…

Frau Prof. Ingrid Weissenbacher…

 im wohlverdienten Ruhestand!

Sie dachte sich wohl: 39 Jahre an der Fichtnergasse sind genug! Ist das so?
Eigentlich war Frau Koll. Weissenbacher (so heißt sie seit ihrer Vermählung mit unserem ebenfalls sehr geschätzten Kollegen Prof. Gerhard W. – Autor der Architekturbände „In Hietzing gebaut“, auch schon im Ruhestand) viel länger an unserer Schule tätig. Sie besuchte bereits als Schülerin Ingrid Hanzl acht Jahre lang das BG 13 und maturierte hier!

Nach dem Studium der Biologie und Erdwissenschaften (das Unterrichtsfach war damals gerade dem Namen „Naturgeschichte“ entwachsen) absolvierte Koll. Weissenbacher das Probejahr (heute Unterrichtspraktikum) an einem anderen Gymnasium, unterrichtete aber ab Schuljahr 1977/78 nur mehr in der Fichtnergasse. Ein klassischer Lehrerwerdegang! Der Einstieg – Klassen mit 36 Schüler/inne/n, die üblichen Anfangsunsicherheiten, enormer Vorbereitungsaufwand – war nicht ganz einfach. Seit damals schätzte sie die Unterstützung durch ältere Kollegen und die Zusammenarbeit im Team der Fachkollegen. Beides ließ sie 39 Jahre gut überstehen.

In dieser Phase (1981) lernte der Verfasser dieser Zeilen Ingrid Weissenbacher kennen und schätzen – als Probelehrer, der den Vorzug hatte, ihren Unterricht aus sicherer Distanz (von hinten) zu beobachten und zu schauen: wie kämpft sich eine ebenfalls junge Bio-Lehrerin durch den stressigen Schulalltag? Und wie schaut sie an dessen Ende aus?

Sehr gerne erinnert sich Frau Mag. Weissenbacher an das schöne Arbeiten mit den Integrationsklassen – die leider den Sparmaßnahmen im Unterrichtsressort zum Opfer fielen. Dabei fand sie – typisch Ingrid – die Herausforderung, neue Methoden und pädagogische Zugänge auszuprobieren, besonders spannend.

Die Schwerpunkte ihres Unterrichts in Biologie/Umweltkunde lagen auf Lernen IN der Natur (bis hin zu zahlreichen Nationalparkprojekten) und VON der Natur! Dies nicht zuletzt deshalb, weil sie viele schöne Kinderjahre allsommerlich in der grünen Steiermark verbrachte – Natur pur sozusagen! So waren Frau Prof. Weissenbacher besonders in den letzten 10 Jahren die NAWI- (naturwissenschaftlichen) Übungen in der Unterstufe ein persönliches Anliegen.

Darüber hinaus vermittelte sie unermüdlich die Wichtigkeit von Themen wie gesunde Lebensführung, gesunde Ernährung, Suchtprävention, gesundheitsschädigendes Risikoverhalten. Das alles nicht, ohne auch die Eltern einzubeziehen, und oft medizinisch begleitet von unseren Schulärztinnen. Frau Koll. Weissenbacher überlebte – ziemlich unbeschadet – 5 Schulleiter/innen. Wenn das kein Qualitätsmerkmal ist? Sie überdauerte ruhige und stürmische Zeiten in der Fichtnergasse – einer Schule, von deren Wichtigkeit und Qualität als Bildungsstätte für junge Menschen sie stets fest überzeugt war – und ist. Als „Sprachengymnasium“ (mit Vermittlung auch der alten Sprachen) war ihr die Schule als „Althietzingerin“ ein Anliegen. Vom „Realgymnasium“ (leider gibt es diesen Zweig seit einigen Jahren nicht mehr in der Fichtnergasse) und seiner Bedeutung hielt sie als Naturwissenschaftern sehr viel. Sie fand es schade, dass Geistes- und Naturwissenschaften immer als Konkurrenten auftraten, nicht als in der humanistischen Bildung sich selbstverständlich gegenseitig ergänzende Disziplinen (ganz in der Tradition der altgriechischen Naturphilosophen ).

Als besonders erfreulich hebt Frau Koll. Weissenbacher am Ende ihrer aktiven Laufbahn das gute Schulklima hervor, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, Hilfestellung, Empathie.

Die vielen konstruktiven Berührungspunkte – nicht nur mit Kolleginnen und Kollegen, sondern auch mit vielen netten Schülerinnen und Schülern – gehen ihr jetzt schon ab. Diese waren mithin der Grund, sich in der Fichtnergasse wohl gefühlt zu haben. Insbesondere unter den NAWI –Kolleg/inn/en herrschte stets eine freundschaftliche Zusammenarbeit und Atmosphäre. All das erfüllt Frau Kollegin Weissenbacher mit einem tiefen Gefühl des Dankes – an ihre Fichtnergasse, wie sie sagt!

Liebe Ingrid! Es mögen die nun kommenden Jahre dir vieles von dem ermöglichen, was du an schönen Dingen für die Pension geplant hast: Naturerkundungen (jetzt ohne Schüler), reisen, in Ruhe liebe Menschen treffen (ohne Hektik „morgen ist Montag, ich sollte Unterricht vorbereiten!“),
dich um Menschen kümmern, denen es schlecht geht, Sprachen lernen – und auch öfter schöpferisch NICHTS tun! Wir wünschen dir noch lange Jahre zufrieden stellende Gesundheit, KEINEN „Rentnerstress“ – und viel Zeit für schöne Dinge! Ad multos annos!

Wilfried Wagner

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