Zeitzeugin Eva Schloss

Zeitzeugin Eva Schloss

Am 18.Sept. war die 1929 geborene, heute in London lebende Eva Schloss zu einem Zeitzeugengespräch an unserer Schule zu Gast. Ihre Familie flüchtete 1938 nach Amsterdam, wurde dort aber schließlich verraten. Anders als ihr Bruder, Heinz Geiringer (er ist einer jener sieben Schüler unserer Schule, die in der Shoah ermordet wurden), überlebte Eva Schloss Auschwitz und konnte uns vom Lager, von ihrem Bruder und von sich erzählen: unvergesslich für alle, die dabei waren. (Roland KADAN)

Vor diesem Schuljahr dachte ich, dass ich genug Bescheid weiß über den 2. Weltkrieg und den NS-Genozid. Ich hatte ein bisschen darüber gehört von meinen Eltern und „Das Tagebuch der Anne Frank“ und „Der Junge im blau-gestreiften Pyjama“ gelesen. Mein Verständnis der Geschehnisse war trotzdem eher abstrakt. Als wir begannen in Geschichte über das Thema zu lernen, wurde mir klar, wie wenig ich bis jetzt wusste. Aber wirklich real wurden die Geschehnisse, die sich hinter dem Begriff Holocaust verstecken, all die Erniedrigungen und Grausamkeiten und Morde, für mich erst mit dem Vortrag von Eva Schloss. Ihre Geschichte zu hören, die dort beginnt, wo wir jetzt alle leben und wo damals schon meine Großeltern wohnten, war eine unglaublich intensive, berührende und aufrüttelnde Erfahrung, die ich sicher niemals vergessen werde oder könnte. Dass es Menschen gibt, die ihre Geschichte oder die von anderen Überlebenden des Genozids hören und die Taten des NS-Regimes trotzdem leugnen, ist mir unbegreiflich. Es hat mich extrem erschüttert, sowie wütend und betroffen gemacht, zu hören, welche Methoden damals genützt wurden und wie Menschen andere Menschen behandeln konnten. Dadurch wurden auf einmal die Ereignisse, die eigentlich Geschichte sind, für mich in die Gegenwart katapultiert. Die Nachricht von Eva Schloss war klar: Tretet dafür ein, dass so etwas nie wieder vorkommt und bezieht immer klar Stellung: gegen Hass und für Toleranz! Das sind Dinge, die man oft hört und teilweise als selbstverständlich abtut, aber so wie Eva Schloss sie gesagt hat, kamen sie noch einmal deutlicher an. Ich glaube, es gab niemanden in diesem Festsaal, den oder die sie nicht erreicht hat. Ihre Botschaft ist so essentiell für uns alle und eigentlich sollten wir sie schon lange alle leben! Da dies aber leider nicht passiert und es immer noch so viel Hass und Extremismus auf der Welt gibt, würde ich am liebsten alle Menschen dazu verpflichten, einen Vortrag wie ihren zu hören.
Antonia F.

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